Einen Kredit übertragen: Wie ist ein Schuldnerwechsel möglich?

Das Wichtigste in Kürze

  • Schuldnerwechsel bedeutet, dass man einen Kredit an jemand anderen überträgt.
  • Der Schuldnerwechsel ist an spezielle Bedingungen geknüpft und kann von der Bank auch abgelehnt werden.
  • Als Alternative zur Kreditübertragung bietet sich eine Umschuldung über einen zinsgünstigen Online-Kredit an.

Gründe für die Kreditübertragung

Wer einen Kredit übertragen möchte, befindet sich zumeist in einer Lebenssituation, die so nicht geplant war. Das kann plötzliche Arbeitslosigkeit sein oder eine Erkrankung, die die beruflichen Perspektiven zunichtemacht. Die sich daraus ergebenden eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten können es erforderlich machen, den Kredit zu übertragen. Auch im Falle einer Scheidung kann ein Schuldnerwechsel die Lösung für den bislang gemeinsam getragenen Kredit sein. Beim Verkauf von finanzierten Objekten, beispielsweise einem Auto oder einer Immobilie, ist eine Kreditübertragung ebenfalls üblich: In der Regel verpflichtet sich der Käufer zur Kreditübernahme. Einen drückenden Kredit übertragen zu können, ist bei Immobilienfinanzierungen gelegentlich auch die letzte Möglichkeit, um eine drohende Zwangsversteigerung zu verhindern. Können beispielsweise die Kinder den (Haus-)Kredit übernehmen, so bleibt den Eltern das Eigenheim erhalten.

Einen Kredit übertragen: Wie funktioniert der Schuldnerwechsel?

Grundsätzlich ist eine Kreditübertragung gleichbedeutend mit einem Schuldnerwechsel. Das bedeutet: Der bestehende Kredit geht in allen seinen Facetten auf die Person über, die den Kredit übernehmen will. Das betrifft die Kredithöhe ebenso wie die vereinbarte Kreditlaufzeit, die monatlichen Zahlungen, die Tilgungsrate und sämtliche sonstigen Vereinbarungen des Kreditvertrags. Wenn Sie einen Kredit vollständig übertragen, sind Sie nach dem Vollzug aus der Verantwortung zur Tilgung und der Haftung entlassen. Der Person, die sich zur Kreditübernahme bereiterklärt hat, steht es im Folgenden frei, gemeinsam mit der Bank Einzelheiten des Kreditvertrags anzupassen oder neu zu regeln. Prinzipiell können Sie bei einem Schuldnerwechsel zwischen den Varianten einer "Schuldmitübernahme" und einer "befreienden Schuldübernahme" wählen. Allerdings: Die Bank ist nicht in jedem Fall dazu verpflichtet, den Schuldnerwechsel zu akzeptieren.

Halbe Lösung: die Kreditübertragung mit Schuldmitübernahme

Bei der sogenannten Schuldmitübernahme bleiben Sie als Altschuldner weiterhin vollumfänglich in der Haftung. Die Person, die den Kredit übernehmen möchte, erklärt sich lediglich zur Zahlung der monatlichen Raten bereit.

Die Kreditübernahme ist insofern unvollständig, weil Sie bei Versäumnissen oder fehlenden Tilgungsraten weiterhin einspringen müssen. Für das Kreditinstitut bleiben Sie Vertragspartner, deshalb kann Ihre Bank dieser Form der Übertragung eines Kredits auch nicht widersprechen.

Die Schuldmitübernahme empfiehlt sich nur, wenn Sie die Vereinbarung mit einer Person schließen, auf die Sie sich vollkommen verlassen können. Grundsätzlich ist diese Art von Schuldübernahme nur eine bedingte Lösung für drängende Zahlungsprobleme, da Sie sich dabei nicht gänzlich der Verantwortung entledigen.

Vollvariante: Schuldnerwechsel mit befreiender Schuldübernahme

Um einen "echten" Schuldnerwechsel handelt es sich, wenn eine Kreditübernahme mit befreiender Schuldübernahme vereinbart wird. Dieser Vorgang besitzt juristische Relevanz und ist daher im § 413 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) detailliert geregelt.

Für eine Kreditübernahme mit befreiender Schuldübernahme ist die Zustimmung der Bank unerlässlich. Nach dem Schuldnerwechsel sind Sie als Altschuldner vollumfänglich aus den Verpflichtungen des Kreditvertrages entlassen. Die Person, die den Kredit übernehmen möchte, tritt stellvertretend an die Stelle desjenigen, der den Kredit übertragen hat.

Da dieser Austausch für das Kreditinstitut mit Risiken verbunden sein kann, wird sie der Kreditübernahme nur dann zustimmen, wenn der neue Kreditnehmer strenge Kriterien erfüllt. Sind die Voraussetzungen nicht oder nur unzureichend erfüllt, kann die Bank dem Schuldnerwechsel jederzeit widersprechen.

Voraussetzungen für den Schuldnerwechsel

Bevor ein Kreditinstitut über Ihren Antrag auf Kreditübertragung positiv entscheidet, wird sie die Person, die den Kredit übernehmen soll, auf die üblichen Faktoren zur Kreditwürdigkeit überprüfen. Zu diesen Bedingungen gehören:

  • ein dauerhafter Wohnsitz in Deutschland,
  • Volljährigkeit, je nach Kredit gegebenenfalls Vollendung des 21. Lebensjahres,
  • Konto bei einem deutschen Kreditinstitut,
  • belegbares, regelmäßiges Monatseinkommen aus einer Erwerbstätigkeit,
  • idealerweise ein unbefristetes Arbeitsverhältnis.

Außerdem wird jede Bank auch einen Bonitätscheck des künftigen Kreditnehmers durchführen. Dazu gehört zwingend eine SCHUFA-Auskunft, die Aufschluss über das bisherige Zahlungsverhalten gibt. Ein hoher SCHUFA-Score dient als Absicherung, dass das Darlehen auch nach dem Schuldnerwechsel regulär bedient wird.

Was ist zu tun, wenn die Bank den Schuldnerwechsel ablehnt?

Genauso wie bei der ursprünglichen Kreditaufnahme (Notiz: Link setzen) steht dem Kreditinstitut auch bei einem Schuldnerwechsel das Recht zu, die Person, die den Kredit übernehmen soll, abzulehnen und der Kreditübertragung zu widersprechen. Die Gründe dafür können beispielsweise in einem negativen SCHUFA-Score liegen, der die Bank daran zweifeln lässt, dass der neue Schuldner den Zahlungsverpflichtungen nachkommt. Grundsätzlich ist ein Kreditinstitut nicht verpflichtet, einen Neuschuldner zu akzeptieren. Lehnt die Bank Ihren Kandidaten für die Kreditübernahme vollständig ab, bleibt Ihnen zunächst keine andere Möglichkeit als nach jemand anderem zu suchen, dem Sie den Kredit übertragen können.

Nicht ungewöhnlich ist es ebenfalls, dass die Bank vor der Kreditübernahme vom neuen Kreditnehmer zusätzliche Sicherheiten einfordert. Solange diese nicht beigebracht sind, ist eine Übertragung des Kredits ausgeschlossen.

Die Zustimmung zur dritten Variante sollte sehr, sehr sorgfältig überlegt werden: In diesem Fall erklärt sich die Bank mit einem Kreditübertrag nur dann einverstanden, wenn Sie als zweiter Vertragspartner oder Bürge im Vertrag stehen bleiben. Dieses Modell entspricht im Prinzip einer Kreditübertragung mit Schuldmitübernahme und ist daher mit einigen Unwägbarkeiten behaftet, wenn es sich nicht um eine absolut vertrauenswürdige Person handelt, die den Kredit übernehmen soll.

Die Alternative zur Kreditübertragung: die Umschuldung

Eine echte Alternative zu Ihrem Plan, einen belastenden Kredit übertragen zu wollen, kann die Umschuldung sein. Dabei nehmen Sie einen neuen, günstigeren Kredit auf, um den bestehenden Kredit zurückzuzahlen. Die Rate, die Sie dann noch zahlen, liegt unter der bisherigen, sodass Sie monatlich mehr Luft haben. Wichtig zu wissen: Nahezu alle Kreditarten können umgeschuldet werden.

Ermitteln Sie dazu zunächst die Restschuld des alten Kredites. Anstatt nach Möglichkeiten zu suchen, diesen Kredit zu übertragen, halten Sie anschließend besser Ausschau nach einem zinsgünstigen, neuen Kredit, mit dem Sie die alten Verbindlichkeiten ablösen – ohne Schuldnerwechsel und Kreditübertragung. Vorteil dieses Verfahrens: Sie müssen keinen neuen Schuldner finden und können neue Konditionen wählen, mit denen Sie besser zurechtkommen. Wichtig: Prüfen Sie, ob Sie im Fall einer vorzeitigen Tilgung des alten Kredits eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen müssen. Falls ja, berücksichtigen Sie sie bei der Umschuldung.

Eine Umschuldung können Sie zum Beispiel mit dem S Kredit-per-Klick vornehmen. Dabei stehen Ihnen Kreditsummen von 1.000 bis 80.000 Euro zur Auswahl. Unser unkompliziertes Antragsverfahren erfolgt komplett online in wenigen Minuten und ist wesentlich schneller und einfacher als der Prozess einer Kreditübertragung. Besonders praktisch: Beim S Kredit-per-Klick haben Sie die Möglichkeit zu kostenfreien Sondertilgungen.

Häufige Fragen zum Schuldnerwechsel

Die Übertragung eines Kredites auf eine andere Person, einen sogenannten Schuldnerwechsel, können Sie mit einem formlosen Antrag bei Ihrer Bank beantragen. Fügen Sie Angaben zu Ihrem Kredit sowie die erforderlichen Unterlagen zum neuen Kreditnehmer bei. Die Bank entscheidet dann nach eingehender Prüfung, ob sie Ihrem Antrag zustimmt.

Die Notwendigkeit einer Kreditübertragung ergibt sich in aller Regel aus veränderten Lebensumständen, die eine weitere Tilgung des laufenden Kredites nicht mehr zulassen. Finanzielle Engpässe infolge von Arbeitslosigkeit oder Krankheit gehören dazu. Aber auch bei Trennung und Scheidung kann es sinnvoll sein, einen Schuldnerwechsel in Betracht zu ziehen. Bei finanzierten Immobilien ist eine Kreditübernahme im Zuge des Verkaufs üblich.

Es gibt grundsätzlich zwei Varianten, mit denen Sie einen Kredit übertragen können. Bei der ersten mit sogenannter "Schuldmitübernahme" werden Sie zwar durch die Person, die den Kredit übernehmen will, von ihren monatlichen, finanziellen Verpflichtungen entlastet. Sie bleiben aber für die Bank Vertragspartner und haften vollumfänglich für die kontinuierliche und korrekte Bedienung des Kredites. Diese Form des Schuldnerwechsels ist daher recht unsicher. Auf der weitaus sichereren Seite sind Sie, wenn Sie sich entscheiden, den Kredit mit befreiender Schuldübernahme zu übertragen. Damit sind Sie automatisch von allen Pflichten des Kreditvertrages entbunden.

Damit ein Schuldnerwechsel reibungslos funktioniert, muss die Person, die den Kredit übernehmen soll, selbstverständlich kreditwürdig sein. Die Bank wird den neuen Kreditnehmer daher sorgfältig überprüfen und einen Bonitätscheck vornehmen. Daher sollte der Kandidat über einen guten SCHUFA-Score verfügen und ein regelmäßiges Monatseinkommen nachweisen können. Ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zählt als weiterer Pluspunkt.

Nein, die Kreditübernahme ist in aller Regel kostenlos. Einzige Ausnahme: Bei Baufinanzierungen fallen grundsätzlich zusätzliche Gebühren an. Das liegt daran, dass hier notarielle Beglaubigungen, Einträge ins Grundbuch usw. nötig sind.

Nein, ein Schuldnerwechsel hat keinerlei Auswirkungen auf die im Kreditvertrag vereinbarten Konditionen. Auch die Restschuld bleibt von einer Kreditübertragung unberührt. Es steht jedoch im Ermessen der Bank, mit dem neuen Kreditnehmer eventuelle Anpassungen auszuhandeln, beispielsweise um eine schnellere Abbezahlung des Kredites zu ermöglichen.

Durch eine Umschuldung erhöhen sich in aller Regel Ihre Chancen, Ihre monatliche Belastung zu senken. Dazu nehmen Sie einen neuen Kredit auf, dessen Monatsrate Sie gut stemmen können, und lösen damit den alten Kredit ab. Dadurch sinken Ihre Kreditkosten und Sie sind wieder imstande, für Ihre finanziellen Verpflichtungen selbst aufzukommen. Ein schnell verfügbarer Online-Kredit erweist sich somit als die günstigere und einfachere Alternative zum Schuldnerwechsel.

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